Griaseich!

I bin d‘ Brigitte!

und komme ursprünglich aus einem ganz anderen Beruf – aber irgendwann wurde der Wunsch stärker, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. 2004 war die Idee geboren: eine mobile Espressobar, handwerklich solide gebaut, persönlich geführt und mit viel Liebe zum Detail. Also habe ich einfach losgelegt. Viel ausprobiert, viel gelernt – und heute freue ich mich über das Ergebnis mehr denn je.

Auf diesem Weg möchte ich mich bei all den lieben Menschen bedanken, die mich in der Entstehungszeit mit Rat und Tat unterstützt haben – und bei meinem großartigen Team, das bei jedem Wetter, bei jeder Herausforderung und stets mit guter Laune dabei ist. Ihr seid alle ein wichtiger Teil dieses Erfolges. Aus unserer Zusammenarbeit sind über die Jahre wertvolle Freundschaften entstanden und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich mag Menschen, ich mag gute Gespräche und ich liebe den Moment, wenn jemand den ersten Schluck nimmt und sagt: „mmh, lecker“. Das ist für mich das schönste Lob überhaupt.

Jede Veranstaltung ist anders, jeder Einsatz bringt neue Begegnungen und neue Herausforderungen. Genau das macht es für mich so spannend – es wird nie langweilig. Mein Wunsch ist, dass es noch lange so weitergeht. Denn guter Kaffee macht einfach glücklich – zu jeder Gelegenheit, für jedes Event und für jeden Gast.

Du hast noch einen Moment Zeit?

Dann lies dir doch

Unsere Geschichte

durch!

 

Kapitel 1:

Die Entstehung meines 1. Dreirads Modell A

Eines Tages kamen meine Eltern aus einem Italienurlaub zurück und erzählten mir von einem kleinen Dreirad, eine Art Motorroller mit Kabinendach und Ladefläche. Aha, wohl ein Piaggio. Sie hatten es auf einem Marktplatz entdeckt, außenherum Besucher und munteres Palaver. Der Besitzer hatte eine kleine Espressomaschine draufgestellt und verwöhnte seine Gäste mit leckerem Caffè und Gebäck.

„Kind, so etwas könnten wir doch auch hier in München machen. . . . . . .“

 

Eine wirklich schöne Idee. Aber wir hatten ja alle unseren Beruf, nicht die erforderliche Zeit und so verschwand diese Idee schon bald in den Schubladen des Lebens.

Einige Zeit später erzählte mir ein Freund die ganz gleiche Geschichte und er hätte Lust darauf, das auch in München zu versuchen. „Du auch?“ „Wie du auch?“ „Ja, also meine Eltern……….“ und schon waren wir am Fachsimpeln. Er hatte eine Tankstelle, wollte das mit der Ape nebenbei aufziehen und ob ich denn Lust hätte, irgendwie mitzumachen. Ja klar! Ein wenig würde ich schon beitragen können.

Voller Begeisterung machten wir uns ans Werk. Er besorgte sich eine Ape, ließ sie entsprechend umbauen und stellte das Gefährt an seine Tankstelle. Ich zog in meiner Freizeit die Fäden für Marktsonntage, Volksfeste, Firmenfeiern und dergleichen mehr. Und so langsam kamen die ersten Aufträge. Und mit ihnen die Erkenntnis, dass es nebenbei und allenfalls mit Aushilfen nicht wirklich funktioniert. Es mangelte an einem festen Ansprechpartner, Personal für unregelmäßige Arbeitszeiten und Zeit für viele, teils auch ungeahnte Randaufgaben. Kurzum, beide voll berufstätig, konnten wir uns doch nicht so darum kümmern wie dies erforderlich gewesen wäre und so hat er sein Dreirad schließlich eingemottet und irgendwann verkauft.    

 

Dann kam alles Schlag auf Schlag:

Meine Mutter verstarb.

Mein Arbeitsplatz begann zu wackeln.

Die Firma, bei der ich 25 Jahre lang beschäftigt war, wurde verkauft und es war klar, dass es dort keine Zukunft mehr geben wird. Irgendwie war alles aus den Fugen geraten und um nicht in einem riesengroßen, schwarzen Loch zu versinken, brauchte ich dringend Ablenkung. Eine neue Aufgabe. Am besten etwas, bei dem meine Mama in Gedanken dabei sein konnte.

Und da war sie wieder, diese Lebensschublade! Die Gedanken an die Ape mit Espressomaschine, die meine Eltern in Italien entdeckt hatten, die schönen Gespräche darüber in der Familie. Das war es! Das wollte ich auf die Beine stellen! Zeit würde ich bald genügend haben, die ersten Kollegen wurden bereits freigestellt. Ich recherchierte in alle Richtungen, machte mir einen fundierten Businessplan und schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen und legte los:

Ich bestellte mir ein nagelneues Piaggio Dreirad! Eine APE TM 703 mit unglaublichen 11 PS! Der Händler hatte sich auch auf Umbauten spezialisiert und so konnte ich dort gleich einen passenden Kastenaufbau in Auftrag geben. So etwas steht natürlich nicht fertig in der Halle. Schnief. Einzelanfertigung mit Lieferzeit. Jaaa, natüüürlich. Aber ich war doch schon so aufgeregt und voller Tatendrang.

Ich konnte es kaum erwarten und endlich war der Tag gekommen! Es wurde geliefert! Fast ungläubig stand ich da. Hatte ich das wirklich bestellt? 

 

 

Schließlich stand das nackte Gerippe in meiner Garage und ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich das wirklich alles schaffen würde. Ach was! Ich will das jetzt! Ich schob meine Unsicherheit schnurstracks zur Seite und jetzt konnte es endlich losgehen!

Mein Anspruch war groß. Nach 25 Jahren als Einrichtungsfachberaterin wollte ich Perfektion. Ein superschönes italienisches Café, auf  kleinstem Raum, technisch durchdacht und einfach bedienbar. Ich wollte Ambiente, Toskana, Oleander, Dolce Vita, das Gefühl von Rom und Venedig auf 3 qm! Ein bisschen spinnen darf man ja………       

Ich habe mich dann vier Monate lang nach der Arbeit und an den Wochenenden in die winterliche Garage begeben und gesägt, gebohrt, gefräst, geschliffen, gebeizt, lackiert, gehämmert, geschraubt, geschwitzt, gefroren, geheult und gelacht, volles Programm. 

 

Ich habe befreundeten Handwerkern Löcher in die Bäuche gefragt, kräftige Männer schleppen lassen, meine lieben Nachbarn genervt, meine Freunde vernachlässigt, meine schmerzenden Muskeln gesalbt und die Zeiger der Uhr konnte nur ein Wahnsinniger erfunden haben.

 

Die Baumärkte wurden meine zweite Heimat, der Paketdienst mein täglicher Besuch, die Lebensmittelüberwachung meine  Freunde, die Behörden meine ständigen Begleiter und der beauftragte Elektriker einer meiner besten Freunde und Espressotester. 

 

 

Im Hintergrund lief Eros Ramazotti, ich ernährte mich aus Fast Food Schachteln und als Balsam gab es viel Schokolade… „mit dem zarten Hauch von Eisenspänen…“

Und ich fühlte mich großartig als Karosseriebauer, Spengler, Schreiner, Lackierer, Elektrikerlehrling, Installateur, Dekorateur, Designer, Fotograf, PR-Manager, PC-Freak, Telefonist, Büroallrounder, Steuerberater, Mikrobiologe, Lebensmittelkontrolleur, Vorkoster, Wirt und Nervenbündel.

 

 

Ich verschliss reihenweise Pinsel, Bohrer, Gewindeschneider und meine Fingernägel…

Und verbaute rund 10 qm Holz, 5 Liter Schiffslack, Korrosionsschutz, Sprühwachs, Acryl, Silikon, kiloweise Dichtband, unzählige Meter an Wasserleitungen, Elektroleitungen, pfundweise Adapter, Kupplungen, Schrauben, Splinte, Beilagscheiben, Muttern sowie mein Bankguthaben…. 

 


Am Abend der Fertigstellung trank ich ½ Flasche italienischen Kräuterlikör…. am nächsten Tag Alka Seltzer und organisierte eine Einweihungsparty.


 

Nun war ich also startklar mit meiner mobilen Espressobar und meine Zukunft konnte neu beginnen…..

Vielen Dank


von Herzen an meine Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn und alle Handwerker!

Ihr seid großartig, das werde ich nie vergessen!

-Brigitte

Kapitel 2:   

Akquise und erste Erfahrungen

Es begann eine aufregende Zeit, denn nach den Träumen kam die erwartete Realität. Schließlich wollte ich mit dem Kaffeedreirad meinen Unterhalt bestreiten. Um das Auftragsbuch zu füllen, bedurfte es Geduld, Einfallsreichtum und Beharrlichkeit. Irgendwie musste ja schließlich die große weite Welt von meinem kleinen Kaffeedreirad erfahren, also gleich mal rein ins world-wide-web. 

Großartig unterstützt von einem guten Freund entstand meine erste Website! Mit Anfrageformular! Whow. Ziemlich modern zu der Zeit. Aber allein darauf wollte ich mich nicht verlassen. Ich erstellte mir ganz old-school eine schicke Fotomappe, besorgte mir Visitenkarten und so dermaßen üppig ausgestattet zog ich los und wetzte meine Schuhsohlen blank und putzte fleißig Klinken aller Art. Zusätzlich verschickte ich haufenweise Emails und strapazierte am Telefon meine und fremde Ohren. Akquise, Marketing, Werbebudget, irgendwie alles schon mal gehört… na, dann mal los und durchgestartet. Es geht nur mit sehr viel Fleiß und Disziplin. 

Und ja, die ersten Aufträge kamen ins Haus. Wunderbar. Allerdings musste ich sehr schnell lernen, dass die Grundausrüstung im Dreirad nur selten ausreicht. Bei öffentlichen Veranstaltungen, z. B. einem Straßenfest, war es zumindest hier in der Gegend schon seinerzeit häufig untersagt, mit to-go Bechern zu arbeiten. Geschirr samt Spülmaschine hatte ich ja an Bord. Das reicht aber nicht, wenn es am Veranstaltungsort weder Abstellflächen gibt noch Wetterschutz. Fazit: Mindestens 2, besser 4 Stehtische einladen und 1-2 Sonnenschirme. Letztere müssen kletternde Kinder und heftigen Wind aushalten. Meine Baumarktschirmchen samt Plastikständern waren völlig ungeeignet. Also wurden Marktschirme angeschafft. Die Guten! Mit Klappständer und Zusatzgewichten! 

Strom ist auch immer ein Thema. Nicht selten sind bei solchen Veranstaltungen die Stromkästen 50 Meter entfernt. Also tut man gut daran, Kabel in ausreichender Länge dabei zu haben. Aber bitte auch hier die guten, sprich schweren mit entsprechendem Leitungsquerschnitt. Ja und dann gibt es tatsächlich auch Locations ohne gesicherte Wasserversorgung. Also Wasser mitnehmen…

Bei privaten Feierlichkeiten wird es noch spannender. Der Kunde wünscht sich zusätzlich Kuchen oder einen Sektempfang. Oder gleich beides. Für sagen wir mal 80 Gäste, upps. „Könnten Sie bitte noch einen kleinen Pavillon mitbringen? Für unsere Kinderecke?“

Nochmal upps.  Sehr gerne….

So ein putziges Dreirad kann man aber nicht gnadenlos vollstopfen bis unter das Dach. Die erlaubte Zuladung mit 750 Kg ist zwar enorm, aber mit 11 PS hat man irgendwann verloren. Man kommt kaum vorwärts, der Bremsweg ist abenteuerlich und natürlich geht man auch anderen Verkehrsteilnehmern gewaltig auf die Nerven…

 


So kaufte ich mir schon bald einen praktischen Transporter mit Anhängerkupplung. Equipment rein, Dreirad auf einen Anhänger gezurrt, hinten dran gehängt, so sieht man das doch immer und es ist ja sooo praktisch. Oder etwa nicht?

Eine extrem Hinterteil-lastige Ape TM mit Kastenaufbau auf einen Anhänger zu FAHREN ist keine gute Idee. Das Motörchen ist zu schwach, die Rampen sind meistens zu rutschig und man muss aufpassen, dass das gute Stück vorne nicht abhebt. Da hilft es nur, die Ape mit Seilwinde und Muckis hochzukurbeln. Eine batteriebetriebene Seilwinde ist natürlich besser, sofern man das seltene Glück hat, dass die Batterie des Verleihnix-Anhängers auch geladen ist. Grrr. 

Diese Verlade-Aktionen muss man sich auch mitten in der Nacht vorstellen, am Ende einer quirligen Veranstaltung, auf einem stockdunklen Parkplatz, im strömenden Regen, bei 8 Grad und Windstärke 4….. soll ja vorkommen. Vertreter des starken Geschlechts tun sich vermutlich leichter. Ich bin aber häufig allein bei meinen Kunden und wenn wir zu zweit sind, dann sind wir in der Regel 2 Weibsen. Und ganz egal wer kurbelt, die Verantwortung trage ich. Sicher Verzurren gehört natürlich auch dazu. 

Fazit: Aufträge im Umkreis bis 30 km und überschaubarer Ladung konnte ich mit der Ape auf eigener Achse gut ausführen, weitere Strecken oder viel Equipment waren eine echte Herausforderung. Für mich. 

Um das Problem zu entschärfen, machte ich mich auf die Suche nach einem Absenkanhänger. Sehr feine Teile. Die Ladefläche lässt sich komplett absenken bis auf den Fußboden, Ape reintuckern, Ladefläche nach oben und fertig. Der Haken? Standardmäßige sind viel zu lang, dafür würde ich bei Veranstaltungen in München selten einen Parkplatz finden. Also Sonderanfertigung und damit eine heftige Investition. 

So langsam reifte in mir eine ganz andere Idee…


 

 

Kapitel 3:   

Die Entstehung meines 2. Dreirads Modell B als Anhänger

Mein Auftragsbuch füllte sich. Und als ich das erste Mal sagen musste: „Tut mir leid, an diesem Tag sind wir bereits ausgebucht“ war ich hin- und hergerissen. Einerseits fand ich es sehr schade. Für den Interessenten, für mich und auch mein Konto, andererseits war ich auch ein wenig stolz. Ausgebucht! Das muss man erst mal schaffen! 

Was aber, wenn man Aufträge nicht annehmen kann, weil die Ape nicht verfügbar ist? Gerade bei größeren Veranstaltungen hat der Aufbau bisweilen 2 Tage vorher stattzufinden, der Abbau kann erst einen Tag danach abgeschlossen werden. Abnahme, Feuerpolizei, Durchfahrtssperren, Agenturwünsche uvm. Immer häufiger kam es vor, dass man unser Kaffeedreirad buchen wollte, und wir konnten nichts anbieten, weil es entweder geblockt war oder ausgebucht. 

So wurde der Wunsch nach einem 2. Fahrzeug fast zwangsweise geboren und allmählich hatte ich sowieso wieder Lust auf handwerkliche Betätigung und Werkstattluft. Ich machte mich auf die Suche nach einem passenden Objekt und wurde schließlich fündig. In München stieß ich auf eine sehr alte löchrige Ape mit viel zu niedrigem Holzaufbau, kaputtem Getriebe, kaputtem Motor, zerfetzter Sitzbank und mind. 4 alten Farbschichten. Der Zustand war jämmerlich, aber die runden Formen hatten es mir angetan. Ich hörte mich sagen: „Einfach perfekt, nehm ich!“ Zugegeben, einige Menschen schüttelten den Kopf über meine Errungenschaft, aber ich hatte mich in diesen alten Lochkäse verliebt und meine Fantasie war groß genug, mir das Endprodukt vorzustellen.

 

 

Ich wollte das Dreirad umbauen lassen zu einem Anhänger!

Zunächst wurde ich beim TÜV vorstellig. Ich erklärte am Empfang kurz mein Vorhaben, zeigte ein paar Skizzen und fragte nach einem Termin für eine Art „Beratungsgespräch.“ „I hoi eana jemand.“ (Ich hole Ihnen jemand). Mein Fach- und sachkundiger Gesprächspartner fand die Idee schon interessant, gab mir aber zu verstehen, dass das eine Schnapsidee sei. Ich konterte damit, dass es ja auch fahrende Elefanten und fahrende Weinfässer als Anhänger gibt, beispielsweise in der Schaustellerszene. Mich würde nicht interessieren OB, sondern WIE man das Vorhaben realisieren kann. Er war hin- und hergerissen und rief einen Kollegen herbei. Schließlich kam noch ein dritter hinzu. 

 

Kurze Zeit später saß ich mit den drei Ingenieuren und Automatenkaffee beisammen und bekam jede Menge Tipps und Wissenswertes. Ich hatte das Gefühl, sie hatten richtig Spaß daran gefunden, ihr technisches Wissen und ihre Erfahrung in verschiedene Waagschalen zu werfen. Ich hörte aufmerksam zu, hakte nach, nuckelte an meinem Automatenkaffee und machte mir Notizen. Es gab jede Menge Auflagen, wenn alles ordentlich gemacht wird, steht einer Abnahme nichts im Weg. Ein Traum und ein großes Dankeschön an den TÜV SÜD für die großartige Hilfestellung. 

 

Ich bekam eine Empfehlung für einen Karosseriebauer. Ich zeigte ihm ein Foto meiner Lochkäs-Ape und seine erste Reaktion: „ahh signora, meine opa fahre diese modele!“ Ein Italiener! Hier bin ich richtig, dachte ich mir. Er holte die Ape ab, alles wurde besprochen und schon ging es los. 

 

Als erstes wurden Motor und Getriebe entfernt. Ebenso das komplette Fahrwerk, Auspuff, Räder, Tank und Vieles mehr. Alles wurde auf eine Palette geschnallt und dem lieben Opa geschickt. Ersatzteile für eine alte Ape sind rar. Die Ape bekam stattdessen ein stabiles gebremstes Anhängerfahrwerk samt Stützrad, eine vorgeschriebene Beleuchtung und einen 150 L Wassertank.

 

Nun ging es an den leidigen Holzaufbau. Grundsätzlich nicht schlecht, jedoch um einiges zu niedrig. Die Durchgangshöhe zwischen Fußboden und geöffneten Klappen betrug nur um die 1,75 m. Darunter hätte man nicht arbeiten können. Und die spitzen Ecken der Klappen wären hervorragend geeignet gewesen, eine chirurgische Abteilung zu füllen samt angeschlossener Augenklinik. 

Außerdem reichte der vorhandene Stauraum unter der Arbeitsplatte gerade mal für 5 Geschirrtücher. Die hölzernen Klappen würden sowieso nicht mehr lange halten. Ich wollte keine Kolonien an Holzwürmern ernähren und die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung hätten sicher noch einige weitere Argumente aus ihren Mappen gezaubert. Also weg damit.

Nach Entfernung aller Holzteile wurde der ganze Aufbau um 40 cm höher gesetzt. Das entstandene „Kellerfach“ bekam drei abschließbare Aluklappen. Oben gab es drei Klappen aus Polyester-Sandwich, in Alu gefasst und ebenfalls abschließbar.  


 

 

Jetzt galt es, „nur“ noch neue Bleche einzuschweißen und das Schnuckelchen zu lackieren. So übergab ich den Rohling samt meinen Ansprüchen einem Lackierermeister, der leicht nach Luft schnappte und sich um Fassung bemühte…. um ihn milde zu stimmen, gab ich ihm alle Zeit der Welt. Zeit? Da hatte der Meister einen genialen Vorschlag: Sein Sohn, der in seine Fußstapfen treten wollte, hatte gerade seine Ausbildung begonnen. Und die Ape wäre ein hervorragendes Übungsobjekt. Es könnte vielleicht zwei Wochen länger dauern, aber ich würde auch nicht so tief in die Tasche greifen müssen. Perfekt. 

 

Die beiden haben sich voll reingehängt. Es wurde jede Menge zerlegt oder ausgebaut, Bleche rausgeschnitten, neue Bleche eingeschweißt, unendlich viele Stunden geschliffen, gespachtelt, wieder geschliffen, grundiert und schließlich einwandfrei lackiert. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Bravo, das habt ihr super gemacht!

 

 

Irgendwann kam der ersehnte Anruf. Endlich konnte ich die perfekte Wiedergeburt abholen und ich hätte jede Fliege auf der Stelle erwürgt, die es gewagt hätte, sich darauf niederzulassen. Ich war begeistert. Monate zuvor hatte ich mir eine Löchkäs-Ape gekauft und ein verrücktes Projekt geplant. TÜV, Karosseriebauer und Lackierer haben mir meinen Traum erfüllt! 

 

Die Zeit für den Innenausbau der Ape war mehr als knapp geworden, ich hatte nur noch 36 Std. Zeit bis zur Feuertaufe. Außerdem mussten noch die Geräte eingebaut werden, dazu Wasserinstallation, Filter, Verkabelung und Beleuchtung. Durch die gesammelten Erfahrungen ging der Innenausbau diesmal sehr zügig voran. Leerrohre verlegt, Verkleidung an der inneren Fronseite des Aufbaus angebracht, oben am Himmel mehrere lange Kanthölzer montiert. Arbeitsplatte aus Siebdruck eingepasst. Diesmal sollte es auch keine reine mobile Espressobar werden, eher eine Universallösung, ich wollte etwas flexibler werden. 

 

Ich hatte bis weit nach Mitternacht gebohrt und geschraubt, das Einzige, was noch fehlte, war die Verkleidung der Kanthölzer, welche jedoch nur mit ausgesprochen viel Getöse getackert werden konnte. Welche Engel auf welchen Wolken ließen in der direkten Nachbarschaft eine Gartenparty mit lauter Musik steigen, zu deren Rhythmus ich unbemerkt die Tackernadeln mitten in der Nacht an den Ort ihrer Bestimmung schießen konnte?…. ich kenne meine Engel… ganz passend lief Wolfgang Petry – Waaaaahnsinn – Hölle – Hölle – Hölle – Tacker – Tacker – Tacker!

 

Und so hatte ich es tatsächlich geschafft ein 2. Dreirad zu bauen, die perfekte Ergänzung zu dem bereits vorhandenen. Mit stolzer Brust konnte ich nun überschneidende Aufträge annehmen und geblockte Standzeiten würden mich nicht mehr ausbremsen. Und das Beste: Ich konnte endlich Aufträge annehmen, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wie weit ich mit der Ape TM tuckern müsste, ob ich die Zuladung unterbringe, ob ich besser einen Leihanhänger miete, wie sich das Verladen wieder gestalten mag…  Dieser Nervenkitzel hatte sich ein für alle Mal erledigt. Ich fühlte mich absolut befreit und war nur noch glücklich!

Und dann gab es noch ein Zuckerl obendrauf: Anhänger benötigen keine Betriebsstoffe! Somit kann man das Anhängerdreirad problemlos indoor betreiben. Brandschutz, feuerpolizeiliches Procedere, Zusatzversicherungen, all das kann man sich sparen. Ein Riesenvorteil für meine Kunden. Das Anhängerdreirad ist somit bestens geeignet für Messehallen, historische Gebäude, Scheunen, Shops usw. Und noch ein Vorteil: Es gibt keine Benzingerüche, nur den Duft von leckeren Espressi & Co!

 

Kapitel 4:

Die Entstehung meines 3. Dreirads Modell C als Anhänger

 

 

Mit meinem bestehenden Mini-Fuhrpark war ich gut aufgestellt. Mit Modell A, der Ape TM 703 tuckerte ich knatternd zu  Veranstaltungen im näheren Umkreis. Für weitere Strecken, oder wenn viel Equipment mitgenommen werden musste, nahm ich meinen Transporter und zog Modell B, den Dreiradanhänger hinter mir her. Und in beiden Fällen „host as G´schau,“ wie man in Bayern sagt. Ich erinnere mich an einen Stau, heißer Sommertag, kleine Straße, viele Balkone. Auf einem Balkon hatte jemand meine Ape entdeckt. Daumen hoch, freudiges Winken, dieses Staunen und die netten Gesten kennt jeder Ape-Fahrer. In diesem Fall war wohl eine Hausparty im Gange, jedenfalls standen bald 30 Personen auf mehreren Balkonen und begleiteten johlend jede Ampelphase und die jeweils ergatterten 10 m Streckengewinn. Die lustige Truppe ließ mich die gefühlten 50° in der Kabine vergessen und ebenso das klebrige Sitzgefühl auf der Kunstledersitzbank. Eine Ape muss man einfach lieb haben, immer!

 

Aus Zufall hatte ich in einer Annonce eine fahrwerklose Ape 50 entdeckt, lediglich bestehend aus Kabine und Ladepritsche. Und sofort ging mit mir die Fantasie durch. Was man daraus wieder alles bauen könnte…. Darüber würde ich mir später Gedanken machen, zunächst wollte ich das Teil einfach nur haben. Ein paar Telefonate und rund 1200 km später stand die Fragment-Ape bei mir im Lager. Ich schob sie in die hinterste Ecke, alles andere würde sich irgendwann ergeben.

 

 

Mit meinen Ape-Umbauten hatte ich mittlerweile viele Erfahrungen gesammelt. Meine Modelle A und B waren mit üppigen Kastenaufbauten ausgestattet. Die jeweils 3 ausstellbaren Verkaufsklappen hatten sich absolut bewährt. Outdoor bieten sie Schutz vor Regen oder brütender Sonne. Indoor sorgen sie für eine weitreichende Sichtbarkeit, was besonders bei Messen wichtig ist. Hier ist Auffälligkeit gefragt, man muss gesehen werden, schon von weitem. Als Publikumsmagnet und Eyecatcher sind die beiden Kaffeedreiräder unschlagbar. Vorausgesetzt, der Platz ist groß genug. Interessenten mit kleineren Standflächen konnte ich bisher noch nichts anbieten.

 

Und hier hat es bei mir KLICK gemacht. Die halbe Ape im Lager! Ja, das war es doch! Dornröschenschlaf ade, ich entschied mich, diesen Winzling ebenfalls umzubauen, jedoch ohne Kastenaufbau. Auf diese Weise hätte ich zusätzlich noch ein sehr kleines Mobil für kleinere Messestände, Foyers, Geschäfte, usw. Und – Geistesblitz – es muss ja nicht immer Kaffee sein, es taten sich völlig neue Möglichkeiten auf. Und natürlich sollte dieses Teil praktisch sein.

 

Praktisch… über eine 50er Ape hatte ich schon immer nachgedacht. Die Knuddelchen sind wirklich süß, aber praktisch? Nur mit offener Ladepritsche ganz bestimmt, aber sobald ein Deckel oder Kasten darauf montiert wird, ist der Laderaum nur noch über eine einzige Klappe am Heck zu erreichen. Wie kommt man denn da an seine Sachen ran? Die Ladefläche ist gute 130 cm lang. So lange Arme hat kein Mensch. Mit Stirnlampe bäuchlings reinkriechen? In einen 25 cm hohen dunklen Schacht?  Nun ja, man könnte einen langen Besen nehmen, unten am Stil eine Taschenlampe anbringen und…..  nein.

 

 

Ich hatte mir schon was überlegt. Also zurrten wir die Ape auf einen Anhänger und fuhren zum Karosseriebauer unseres Vertrauens. Er und seine Mitarbeiter standen johlend auf dem Hof. „Mamma mia, porca miseria, wasse passierte mit diese Ape?

Mit Skizzen beschrieb ich mein Vorhaben:

Auf jeden Fall müsste wieder ein Anhängerfahrwerk darunter, „aha…“

Die Bordwände der Pritsche müssten für uns viel höher sein für mehr Stauraum, „soso…“

Nur eine Klappe am Heck ist unpraktisch, noch zwei zusätzliche Klappen links und rechts wären viel besser, „aaajaa…“

Natürlich alle drei Klappen abschließbar und ebenso die Kabinentüren, „si si…“

Und bitte außen noch Zurrhaken auf allen 3 Seiten, „kein Problem…“

Und noch eine Art Überrollbügel, damit man Deko oder Gimmicks anbringen kann, „va bene…“

Nach ausschweifendem Fachsimpeln wusste ich die halbe Ape in guten Händen.

Die nächsten Tage klapperte ich diverse Händler nach Ersatzteilen ab. Die Ape brauchte noch einen Frontscheinwerfer, Blinker, Kotflügel, Fensterhalter, Türgummis, Fangbänder, etliche Kleinteile und das Wichtigste: eine Frontscheibe, uff. Etappenweise lieferte ich meine Errungenschaften ab und Stück für Stück ging es voran. Geraume Zeit später waren alle Ideen umgesetzt. Mal wieder perfekte Arbeit! Der „Pritschenkasten“ sah zwar noch viel zu groß aus, aber das war Teil meines Plans und ich wusste, wie sich das ändern lässt…..

 

 

Mit einer trickreichen Lackierung! Leider war mein Lackierer für die nächsten Wochen komplett ausgebucht und so entschloss ich mich, das Gefährt in der Wartezeit als Gartenanhänger zu nutzen. Welch Frevel, alle Ape-Liebhaber mögen es mir verzeihen….

 

 

Schließlich durfte mein „Nutzfahrzeug“ zum Lackierer. „Omeiomei meinte dieser, a bissal spinna duast ja scho.“ Wieder räumte ich genügend Zeit ein und schon bald kam der erlösende Anruf. „Is fertig! Konnst da obhoin.“ Im Geiste wieder alle Fliegen warnend, sich nur ja nicht darauf niederzulassen, machte ich mich auf den Weg zum Objekt der Begierde. Es ist schon fast ergreifend, wenn jemand sein Handwerk versteht und sein Bestes gibt. Meine Idee, den Kasten weniger hoch erscheinen zu lassen, indem man das untere Viertel schwarz lackiert, war voll aufgegangen. Die Proportionen lagen optisch ziemlich nah am Original. Mit wesentlich mehr Stauraum und Zugang von allen 3 Seiten! Mit dieser Ape würde man hervorragend arbeiten können. Genauso hatte ich mir das vorgestellt.

 

 

Endlich hatte ich meine kleine Universal-Indoor-Ape!
Und kurz darauf kam die erste Buchung. Als Espressobar. Großartig!

 

Kapitel 5:

Hatte Modell A ausgedient?

Irgendwann ist mir aufgefallen, dass Modell A, also meine allererste und motorisierte Ape TM nur noch sehr wenig im Einsatz war. Kein Wunder. Die Anhängerdreiräder B und C machten für mich vieles einfacher. Equipment rein ins Zugfahrzeug, die Schnuckelchen direkt hinten drangehängt und wesentlich kürzere Fahrzeiten. Dazu ABS, Airbag, Heizung, freie Sicht und ein Sitz, der mehr zu bieten hat als ein kunstlederbezogenes Holzbrettchen. Ich habe mich dabei ertappt, diesen Komfort zu genießen, auch auf kurzen Strecken. Und die Sicherheit!

Sicherheit ist schon ein Thema. Im hektischen Großstadtverkehr muss man mit einer langsamen Ape einiges aushalten: Es wird aufgefahren bis zum Rücklicht, reingedrängelt, ausgebremst, geschnitten, ständig, in Kombination mit einem grauenhaften Bremsweg wird jede Fahrt zum Nervenkitzel. Adrenalin pur! Auf Landstraßen wird man auch bei Gegenverkehr überholt… die Ape ist ja sooo klein und sooo putzig, die kann ja bitte noch weiter rechts fahren, also wird man abgedrängt, gnadenlos, bis ins Gemüse.

Ein Erlebnis werde ich nie vergessen: Ich war auf dem Heimweg von einer Hochzeit. Nachts um 2, auf einer Landstraße, bergauf mit 20 km/h und Warnblinker, ich wollte mich ja nicht versehentlich von der Straße räumen lassen. Eine schöne laue Sommernacht, Seitenfenster offen, alles bestens. Noch.

Mitten in der Nacht im Rückspiegel Scheinwerfer zu sehen und gleichzeitig nz-nz-nz zu hören verspricht immer Spannung…… Party-People, Alkohol- und Stimmungspegel ungewiss. Dass ein paar Sprüche kommen und gejohlt wird, ist klar. Dieses Mal gab es eine neue Variante. Man fuhr neben mir her, Sprüche, Johlen und schupps, hatte der Beifahrer seine Hand an der Fensterstrebe festgekrallt. Suuuuperwitzig. Man wollte mich anschieben! Zwischen den Fahrzeugen keine 20 cm und der Vollpfosten (kein sorry) war hackedicht. Der Fahrer wohl auch, der wollte herausfinden, ob man mit der Ape eine Art hüh-hott Tänzchen veranstalten könnte. Gas geben, bremsen, Gas geben….. und das bitte in Schlangenlinien! Wer noch nie eine Ape gefahren hat, mag das vielleicht witzig finden. Ich weiß bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, weder deren Karre anzurempeln noch rechts im Wald zu landen. Da sind alle verfügbaren Schutzengel neben mir hergeflogen…..

 

Eine Ape hat ihre Stärken auf wenig befahrenen Straßen und in engen Gassen. Der hiesige Straßenverkehr in München und Umland sieht anders aus. Das permanente Risiko war mir unangenehm geworden und ich holte die Ape nur noch aus der Garage für Doppelbuchungen. Das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen war ernüchternd. Was sollte ich mit ihr machen? Vielleicht ein Dauerstandplatz? Outdoor wäre zu riskant. Nachts und unbewacht würde es Überraschungen geben. Indoor in ein Einkaufszentrum? 9 – 20 Uhr plus Vor- und Nachbereitung, an 6 Tagen die Woche? Nach Abzug von Personalkosten, Pacht und Trallala eine Null-Nummer. Selbst machen? Dann könnte ich meine Veranstaltungen vergessen. Verkaufen? Damit konnte ich mich auch nicht anfreunden. Schließlich war diese Ape etwas ganz Besonderes für mich. Der Ursprung für so Vieles. Und sie sah immer noch großartig aus! Ich konnte, nein, ich wollte mich nicht entscheiden. Noch nicht.

 

 

Kapitel 6:
Die Entstehung meines Mini-Trucks Modell D?

 

Ein sehr kalter Tag in einem Spätherbst. Ich hatte eine Doppelbuchung. Somit kam meine motorisierte Ape zum Einsatz. Die Hinfahrt war ok, die Heizung machte wie immer einen guten Job und der berühmte Scheiben-Schwamm lag griffbereit. Ehemalige VW Käfer-Fahrer, so wie ich, kennen das. Nostalgie pur….. Der Veranstalter wollte seine Gäste nicht frieren lassen und hatte das Geschehen in eine große beheizte Werkshalle verlegt. Sehr schön. Nach der Feier wurde irgendwann das Hallentor aufgeschoben….. und….. es lagen 3 cm Schnee! In Bayern lächelt man das weg, sofern man nicht mit einer Ape unterwegs ist!

Winterreifen waren drauf. Schon immer. Die sind aber keine Hilfe gegen das Hauptproblem: Schnee sammelt sich in der Mitte der Spur. Immer. Prima für das Vorderrad. Ob nur rutschig oder aufgetürmter Wulst, man muss versetzt fahren. Das kann eng werden, wer will schon im Gegenverkehr landen oder im Straßengraben. Wie bekommt man das Vorderrad einer Ape von einer Seite eines glitschigen Wulstes auf die andere? Meistens gar nicht… . die Heimfahrt war grenzwertig und ich wünschte mir sehnlichst, ich säße in einem kleinen, wintertauglichen Gefährt mit 4! Rädern und fetten Winterreifen! Dann hätte ich all diese Probleme nicht. Ich käme fast überall hin. Sogar noch besser als mit einem Gespann. Noch während das einzige Scheibenwischerblättchen über die Scheibe radierte, war eine neue Idee geboren: Ich wollte einen Mini-Truck! Im Winter als Glühwein-Truck! Schließlich muss auch im Winter Geld verdient werden. Und im Sommer als Coffee-Truck als Ersatz für die Ape. Wenn ich nur nicht so an der Ape hängen  würde…

Ich grübelte einige Zeit und entschied mich für einen Kompromiss. Ich würde für den Minitruck auf jeden Fall den Kastenaufbau von der Ape verwenden. Der Innenausbau war perfekt und hatte sich über viele Jahre bewährt. Das musste man nicht neu erfinden. Außerdem empfand ich es als tröstlich, wenigstens einen Teil des Geschaffenen zu erhalten. Ein gutes Gefühl. Auf welches 4-rädrige Gefährt könnte man den Kastenaufbau wohl umsetzen lassen? Vielleicht auf einen Pickup? Das wär´s doch. Ich konnte allerdings keinen einzigen finden, der vom Chassis her niedrig genug gewesen wäre. Egal, wie man es konstruiert, mit der Arbeitshöhe landete ich rechnerisch immer bei mindestens 125 cm. So kann man nicht arbeiten. Ohne das „Kellerfach“ unter der Arbeitsplatte käme ich zwar auf 95 cm, aber der Stauraum war unverzichtbar für Geschirr und Ware. Außerdem ist die ganze Wasser- und Stromtechnik dort verbaut.

Es musste definitiv etwas sehr Niedriges her. Und schließlich hatte ich ein geeignetes Modell gefunden. Einen Piaggio Porter! Man kennt ihn als Mini-LKW, oft unterwegs als Kommunalfahrzeug. Im Winter sieht man sie auf Gehwegen oder in Parkanlagen. Vorne einen Schneeschieber montiert und hinten einen Salzstreuer. Die Suche danach konnte beginnen. Natürlich wollte ich einen ohne Winterdienst in der Legende. Irgendwann wurde ich fündig. Links das Beispielbild eines Schneeräumers, rechts meine Errungenschaft.

 

 

Und wieder ging es ab damit zum Karosseriebauer meines Vertrauens. Es gab viel zu besprechen, der TÜV wurde von Anfang an mit ins Boot geholt und das Projekt kam voran.

 

Kippladefläche entfernt, Tank versetzt, Leiterrahmen gebaut, Kastenaufbau von der Ape montiert, Blattfedern verstärkt

 

 

AHK nachgerüstet, Zusatzfach für Trinkwassertank gebaut, neue breitere Reifen, neue schwarze Felgen

 

 

Dann kam leider eine üble Überraschung. Trotz stärkerer Blattfedern war das Fahrverhalten eine Katastrophe. Durch den großen Überhang am Heck war irgendwie die ganze Fahrzeuggeometrie gestört. Vorne alles viel zu leicht, bergab hatte ich das Gefühl vorne abzuheben, die Traktion der Vorderräder war so gut wie nicht vorhanden. Ab 60 km/h schaukelte sich alles auf, ebenso, wenn ich überholt wurde (klar wurde ich überholt!). Die Windfahnen waren beängstigend.

 

Als nächstes brachte ich den Porter per Anhänger zu einem Spezialisten für genau diese Fahrzeuge. Es musste, ärgerlich und teuer, eine technische Achslasterhöhung auf 1,9 t vorgenommen werden. Dazu noch der Aufwand für weitere Gutachten und Eintragungen. Ich war begeistert. Und hab im Herzen meiner Ape bitterlich nachgeweint.

 

Nach der Achslasterhöhung war es besser, aber immer noch viel zu schwammig. Das kann´s doch nicht sein. Ich brauchte Hilfe! Und fand schließlich die Firma Goldbrunner in Eching bei München. Verglichen mit den dortigen Spezial-LKWs war mein Piaggio Porter „a Huastnguadl“ (ein Hustenbonbon), aber Fachmann ist Fachmann und ich war zuversichtlich. Martin Goldbrunner kam persönlich nach Gilching, vorausdenkend mit einem Anhänger und hat den Piaggio erst mal mitgenommen. Ohne mich festzunageln. Ein feiner Mensch, vor dem ich den Hut ziehe, in jeder Hinsicht. Noch eine kleine Anekdote: Mittels eines Piaggio Porter Modellautos aus Blech, einer Feinwaage und ein paar Münzen zum aufstapeln hatte ich versucht, ein evtl. nötiges Kontergewicht für die Vorderachse auszurechnen. Meine Berechnung hatte ich nicht verraten. Und bis auf 5 Kilo kamen wir auf das gleiche Ergebnis. Ulkig.

 

Aus einer aufgedoppelten Stahlplatte wurde ein massives Kontergewicht gefertigt, in Form gebracht, tauchverzinkt und an der bis dahin nie benutzten Geräteaufnahme des Piaggio befestigt. Tata! Seitdem kann man damit fahren. Keine Rennen, aber man kommt sicher von A nach B. 

Vielen Dank Herr Goldbrunner! Sie haben das Projekt gerettet!

 

 

Nun konnte in den vertrauten Kastenaufbau wieder alles eingebaut werden. Elektrik, Wasserinstallation und die gewohnten Geräte. Zuätzlich gab es noch eine sparsamere LED Beleuchtung, frisch bezogene Türpappen, eine Teilfolierung, eine neue Dachplane, Windabweiser und schickere Radkappen.

 

 

Und damit war er endlich fertig, der Mini–Truck!

Gedacht als Kaffee- oder Glühweinmobil je nach Jahreszeit.

Gerade rechtzeitig, die Kaffee-Saison hatte gerade erst begonnen.

 

Um die zerrupfte Ape würde ich mir noch Gedanken machen.

Mal schauen, was ich mit ihr noch anstellen könnte…..?

 

 

Kapitel 7:

Modell A wird wieder zum Eyecatcher

Meine zerrupfte Ape stand nun einige Zeit in der Garage. Nutzlos. Ok, nicht ganz, wenigstens ein paar Spinnen hatten ein neues Zuhause gesucht… nicht zu kalt und bitte trocken, aber gerne doch, nur hereinspaziert….

Naja, wie hätte man die Ape auch nutzen sollen. Den schicken Verkaufsaufbau hatte der Karosseriebauer abmontiert und mit ihm auch die serienmäßigen Ladebordwände. Die Teile hatten wir seinerzeit baulich aufeinander abgestimmt. Insbesondere die Schließsysteme. Die Ape hatte also nur noch die Ladefläche ohne jegliche Umrandung. So wäre sie allenfalls geeignet zum Transport von Ballenware, nein, das hatte sie nicht verdient!

Mit viel Geduld fand ich schließlich nagelneue Ladebordwände aus Aluminium. Damit ausgestattet, sieht sie wieder gut aus, fast so gut wie zu Zeiten des Neukaufs.

 

Der Allgemeinzustand ist hervorragend. Eine 20 Jahre alte Ape ohne jeglichen Rost ist sicher eine seltene Ausnahme. Die seinerzeit aufwendige Rostschutz Prophylaxe war die richtige Entscheidung. Außer bei Veranstaltungen immer in der Garage, keine 9000 km auf dem Tacho, Motörchen und Getriebe schnurren problemlos, ein richtiges Schätzchen. 

Einzig, der rote Lack ist im Laufe der Jahre ausgeblichen. Perfekt! Wieso perfekt?

Ich hatte ja lange über die weitere Verwendung nachgedacht. Und erinnerte mich daran, dass wir häufig nach einer Ape für Promotionzwecke gefragt wurden. Ob wir denn eine hätten, die man vollflächig branden könnte? Nein, hatten wir nicht. Der Lack unserer aufwendig restaurierten Schnuckelchen hätte uns das vielleicht übel genommen, das wollten wir nicht riskieren.

Mit dieser Ape ist das nun möglich! Der verwitterte Lack ist für Folierungen hervorragend geeignet…. 

Die Folierung übernimmt ein Fachbetrieb in unserer Gegend.

 

So erstrahlt unsere erste Ape immer wieder in neuem Glanz!
Als Promotion-Mobil, einzeln oder in Kombination mit unserem Eiswagen.

 

 

Das war das letzte Kapitel der Geschichte, vorläufig…

 

Das Leben steckt voller Überraschungen und Wendungen.
Bewährtes in Ehren halten, offen sein für Neues,
Ideen haben und einfach anpacken!

 

 

Das ist meine Devise, wir sehen uns!

Ahh, ich hab da mal was gesehen,
man könnte doch……..

Mach dein Event zu einem Erfolg,
mit Kaffee3rad.

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